Endlich geschafft.
Sechs Jahre habe ich jetzt den Z3, und noch nie habe ich es damit in die Alpen geschafft. Über die Autobahn sind die Alpen ab Stuttgart in 2-3h zu erreichen, je nachdem wo man hin will. Daher war mir klar, dass wenn ich etwas davon haben will, ist das an einem Tag nicht schön zu schaffen. Und eine Zwei-Tages-Tour habe ich mit dem Z3 auch noch nicht gemacht. Schließlich kommt noch dazu, dass ich einen Hang zum Perfektionismus habe - so möchte ich bei so einer Tour vermeiden, dass das Wetter unerwartet schlecht wird.
Nun hat sich der Spätsommer freundlicherweise in das verlängerte Wochenende um den 3.10. gelegt. Ich hatte gutes Wetter, Freizeit und so bildete sich am Freitag die Idee, es jetzt endlich umzusetzen.
Die Route hatte ich vor ein paar Jahren schon mal "angeplant". Die wurde nun optimiert. Beispiel: das Hahntennjoch war damals gesperrt, konnte jetzt aber in die Planung hinzugenommen werden. Ich zerteilte die Gesamtroute in Segmente, einige davon bekamen Varianten: schnell vs. Lang. So kann ich unterwegs schnell nachjustieren, falls meine Zeitplanung durcheinander kommen sollte. Für die Zeitplanung habe ich ein einfaches Excel gemacht, wo ich die "Routenplaner-Zeitschätzung" durch eine realistische Schätzung ergänzt habe, ergänzt durch die sich daraus ergebenden, erwarteten Uhrzeiten der Meilensteine. Ich mache ja öfter mal Pause zum Essen, Pinkeln, Fotografieren oder einfach Landschaft genießen. Diese eigene Schätzung war am Ende übrigens ziemlich genau.
Die Packliste war Standard "kurze Dienstreise" plus ein paar Besonderheiten: Schal und Mütze, Sonnencreme, Verpflegung, Scheibenreiniger, Fotorucksack. Nächstes Mal denke ich auch an die Mini-Kühltasche. Der kleine Reise-Trolley passt erstaunlich gut in den Kofferraum.
Tag 1
Schnelle Anfahrt über die AB, geschlossenes Verdeck, Persenning auf Beifahrersitz - ist einfach angenehmer. In Konstanz Dach auf. In der Schweiz ist alles langsam. Ich war eingeschüchtert durch die strengen Geschwindigkeitskontrollen und -strafen; die Bevölkerung dort offenbar auch. Oder sind Schweizer generell langsam? Der Bodensee versteckte sich heute leider vor mir im Nebel. Von daher war die Route am Ufer entlang vor allem durch die vielen Ortschaften geprägt, durch die man nur langsam durchfahren darf. Irgendwann lag St. Gallen hinter mir und es ging zum ersten Mal bergauf. Der Nebel lichtete sich und der Aussichtspunkt bei St.Anton, nahe am Ruppenpass war ein netter Start. Allerdings war durch die Großwetterlage die Luft sehr dunstig. Unterm Strich fand ich in der Schweiz nicht viel Emotion. Ich bestaunte die Preise für Benzin und sonstige wichtige Dinge.
In Österreich angekommen, Blick auf die Uhr. Ich lag perfekt in der Zeit, also konnte ich die lange Drei-Pass-Variante wählen. Furkajoch startet mit unfassbar schmaler Straße, die weiter oben zum Glück normal wird. Und endlich komme ich in die alpinen Regionen, die ich gesucht hatte - mit den mächtigen Bergen, die der schöne Schwarzwald halt doch nicht hat. Leider noch etwas viel Verkehrshindernisse aber ich habe eh' alle paar Meter angehalten zum Fotografieren (das war auch der Plan und das dürfte wohl kaum ein Beifahrer aushalten). Der Hochtannbergpass war auch schön, der Flexen dann wurde zum Fahrspaß-event des Tages; ein paar anspruchsvolle Kehren luden zum flotten Wedeln ein, der Verkehr war hier überschaubar. Anfahrt zum Schlosshotel in Bludenz ohne Pickerl war ein wenig langatmig aber erträglich. Das Mini-Zimmer war sehr funktional, wie auf der Website versprochen. Abend gegessen und voll getankt, schlief ich früh ein.
Tag 2
Ich wachte auch früh auf. Das Hotel-Frühstück war gut, bestand mein strenges "Obstsalat-Kriterium". Um 7:45, 45 min früher als geplant und bei kühlen 6 Grad, brach ich schon auf; das stellte sich als großartige Entscheidung heraus. Die Silvretta-Hochalpenstraße kostet zwar 18€ Maut, ist aber fantastisch. Ich war gefühlt der erste Fahrer auf der Piste und ballerte die "43 Kehren" (die teilweise an der Strecke nummeriert sind) genussvoll hoch. Oben angekommen beschloss ich "do it again". Langsam runter gefahren, dabei Fotostopps eingelegt und ein zweites Mal aufwärts. Dieses Mal waren schon eine Handvoll Überholopfer auf der Strecke. Der Tag fing fantastisch an. Oben angekommen dann das umwerfende Panorama im Morgenlicht. Ich genoss die Möglichkeit in Ruhe viele Fotos zu schießen. Bei der Abfahrt hat sich der GPS Logger verabschiedet ohne dass ich es gemerkt habe. Die Ablängerung über das Pitztal war ebenfalls eine gute (planerische) Entscheidung, sowohl für's Auge als auch für's Popomemter. Nach einem Hendl in Imst ging es dann auf das Hahntennjoch, das mir vielfach empfohlen wurde. Großartig, mindblowing, der zweite Höhepunkt. Unten im Lechtal ebenfalls wunderschöne Landschaft. Ich beschloss in den Namlos-Pass hinein zu fahren, um den Vergleich zu haben. Der war ok, aber bei weitem nicht so schön wie das Hahntennjoch. So langsam ging es Heimwärts. Das letzte Event sollte das Oberjoch werden - das allerdings völlig verstopft war. Und obendrein: Nochmal günstig in Ö volltanken ging auch nicht, weil die letzten drei Tankstellen kein Super Plus haben. Die Heimfahrt fuhr ich über Land und nicht AB - Etwas langsamer aber landschaftlich deutlich schöner und insgesamt im günstigeren Geschwindigkeitsbereich für einen offenen Roadster.
Allgemeine Beobachtungen
Erstaunt war ich über meinen Verbrauch: 10,2 l, obwohl ich wirklich Spaß hatte und auf An- bzw. Rückfahrt flott gefahren bin. Es sind wohl die vielen gemächlichen Teilstücke, die überwiegen und den Verbrauch prägen.
Verkehrskontrollen habe ich keine einzige gesehen, vor den vielen stationären Kisten wurde ich immer zuverlässig gewarnt.
Insgesamt drei andere Z3 gesehen, alle mit deutschem Kennzeichen.
Mein persönliches Ranking
- Silvretta-Hochalpenstraße
- Hahntennjoch
- Flexen
- Namlos
- Furkajoch
- Hochtannbergpass
- Ruppenpass